Meisterkonzert David Geringas

Samstag, 1. April 2017, 19.00 Uhr
David Geringas, Violoncello
Ian Fountain, Klavier
Ort: Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa



KONZERTPROGRAMM

Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-Moll, op.38
            Allegro non troppo
            Allegro quasi Menuetto
            Allegro
M. Urbaitis Reminescences. Quasi una Sonata
****
Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur, op.99
            Allegro vivace
            Adagio affettuoso
            Allegro passionato
            Allegro molto

Konzertdauer: ca. 1 Std. 30 Min., inklusive Pause
Eintrittspreis: CHF 40.-, unnummerierte Plätze





KÜNSTLER



DAVID GERINGAS gehört zu den grössten Cellisten und vielseitigsten Musikern unserer Zeit. Er musizierte mit den bedeutendsten Orchestern und Künstlern der Welt. 1970 war er der goldene Gewinner des Tschaikowski-Wettbewerbes in Moskau. In Interlaken wird Geringas im Rahmen von «Interlaken Classics» einen internationalen Meisterkurs für Violoncello sowie zwei Konzerte mitgestalten.





IAN FOUNTAIN, geboren 1970, gewann im Alter von 19 Jahren den Arthur Rubinstein Piano Masters Competition in Tel Aviv. Er ist regelmässiger Gast bei internationalen Musikfesten wie Prague Spring, Berlin, Schleswig-Holstein, Enescu (Bukarest) und Kuhmo. Seit 2001 ist Fountain Professor für Klavier an der Royal Academy of Music in London.





WERKE

Die 1860er-Jahre in Johannes Brahms' Leben waren geprägt von seiner Auseinandersetzung mit den Wiener Klassikern. Der knapp 30-jährige, noch weitgehend unbekannte Pianist und Komponist Brahms orientierte sich an Mozart und Haydn, vor allem aber an Beethoven und Schubert. Den Sommer 1862 verbrachte Brahms in Baden-Baden, um hier in Ruhe zu komponieren, was er in der nachfolgenden Konzertsaison spielen oder aufführen lassen wollte. In dieser Zeit schrieb er die Cellosonate e-Moll in vier Sätzen, strich aber aus Gründen, die nur ihm bekannt waren, einen Satz und vernichtete das zugehörige Manuskript. Gewidmet hat der leidenschaftliche Manuskriptsammler Brahms sein Opus 38 dem Juristen Josef Gänsbacher. Denn Gänsbacher hatte Brahms eine Handschrift von Franz Schuberts Lied «Der Wanderer» vermittelt. Ein Umstand allerdings, der sich in der Sonate nicht niedergeschlagen hat. Brahms orientiert sich nämlich in dieser Komposition einerseits an den Cellosonaten von Beethoven und andererseits an Johann Sebastian Bach, aus dessen «Kunst der Fuge» er zitiert.
 
Mindaugas Urbaitis studierte bis 1975 am Staatlichen Litauischen Konservatorium in Vilnius Komposition. Von 1991 bis 1996 war er Vorsitzender des litauischen Komponistenverbandes, ausserdem von 1991 bis 1996 Präsident des baltischen Musikfestivals Gaida in Vilnius. Heute unterrichtet er an der litauischen Musik- und Theaterakademie. Seine Werke wurden bei internationalen Musikfestivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Bornholm Music Festival und dem Vale of Glamorgan Festival aufgeführt. Für seine Ballettmusik «Acid City» konnte er 2002 den Preis des litauischen Kulturministeriums als bestes Werk des Jahres entgegennehmen, und zehn Jahre später wurde er vom Kulturministerium Litauens erneut ausgezeichnet. Urbaitis hat als Vertreter eines radikalen Minimalismus sein Publikum oft schockiert. Seine Werke enthalten fast endlose Tonrepetitionen und vielfach wiederholte Melodiefetzen, sie dauern oft sehr lang und zeigen deutlich die Anlehnung an amerikanische Komponisten wie Terry Riley oder Steve Reich. Jüngere Werke enthalten oft klar erkennbare Zitate aus Kompositionen von Bach, Mozart, Brahms, Bruckner, Wagner oder Astor Piazzolla. Der Komponist selber spricht hier von «Re-Komposition», manchmal sogar von «Recycling», um den Stil seiner neuesten Werke zu charakterisieren.
 
Joseph Viktor Widmann, der Schweizer Freund von Johannes Brahms, mit dem er während der Sommerferien des Komponisten am Thunersee oft zusammen war, schreibt in seinen Erinnerungen: «Die Sonate für Cello op. 99, die Violinsonate op. 100 und das Trio op. 101 sind die Hauptzeugen von Brahms‘ Schaffen im Thuner Sommer des Jahres 1886, lauter Werke, die sich durch herrlichste Frische der Phantasie auszeichnen; sie wurden alle drei zuerst in meinem Hause gespielt.» In Thun lebte Brahms von Mai bis Oktober 1886, um, wie es zu seinem Lebensstil gehörte, zu komponieren, was er dann in der Wintersaison in Wien aufführen wollte. Um der Uraufführung den gebührenden Erfolg zu sichern, spielte er die Neukompositionen vor seiner Rückreise nach Wien gerne mit Freunden zusammen einmal durch. Sehr oft geschah das im Haus der Widmanns. Die Uraufführung der Cellosonate fand, wie vorgesehen, nach der Ankunft von Johannes Brahms in Wien im November statt. Der Komponist selbst sass am Flügel und begleitete Robert Hausmann, den grossen Wiener Cellisten.


 
Veranstaltungs Informationen
Datum 01.04.2017 - 01.04.2017 - 19:00 bis 21:00 Uhr
Kategorie Interlaken Classics 2017 
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Ort

Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa
Höheweg 41
3800 Interlaken
Schweiz

Gastgeber

Interlaken Classics
Obere Bönigstrasse 17
3800 Interlaken